Im Verlauf der ersten Woche der Heiligen und Großen Fastenzeit hat uns die Kirche zu einem heiligen Neubeginn gerufen – zu einem Beginn der Buße, der inneren Umkehr und der Wiederfindung der Gemeinschaft mit Gott. Es war eine Woche der tiefen Selbstprüfung, geprägt von Gottesdiensten von besonderer Schönheit und geistlicher Tiefe, die uns durch das Geheimnis der Tränen und der Demut den Weg zur Auferstehung eröffnet haben.
An jedem Abend wurde im Rahmen der Großen Komplet der Große Kanon des Andreas von Kreta gelesen – ein Meisterwerk der byzantinischen Hymnographie und ein wahrer Aufschrei der Seele zu Gott. Seine Worte haben unsere Herzen berührt und uns vor das eigene Gewissen gestellt:
„Wo soll ich beginnen, die Taten meines elenden Lebens zu beweinen? Welchen Anfang soll ich machen, o Christus, für meine jetzige Klage?“
Dieser Beginn der Buße war keiner der Verzweiflung, sondern der Hoffnung. Der Kanon hat uns neu bewusst gemacht, dass – wie tief wir auch gefallen sein mögen – die Umkehr möglich ist und dass die Barmherzigkeit Gottes größer ist als jede Sünde.
In dieser Woche wurde auch die Liturgie der vorgeweihten Gaben gefeiert, die eingesetzt ist, um die Gläubigen in den Tagen strengen Fastens geistlich zu stärken. In ihrer Stille und Nüchternheit schenkte uns dieser Gottesdienst die Möglichkeit, am Leib und Blut des Herrn teilzuhaben und Kraft für die Mühen des Fastens sowie Erleuchtung im Kampf gegen die Leidenschaften zu empfangen.
Der gesamte Geist dieser Zeit verdichtete sich im Gebet des Ephraem der Syrer, das mit Metanien und zerknirschtem Herzen gesprochen wurde:
„Herr und Gebieter meines Lebens, den Geist des Müßiggangs, der Verzagtheit, der Herrschsucht und des unnützen Redens gib mir nicht.
Den Geist der Reinheit, der Demut, der Geduld und der Liebe aber schenke mir, Deinem Knecht.
Ja, Herr und König, gib mir, meine eigenen Sünden zu erkennen und meinen Bruder nicht zu verurteilen; denn Du bist gepriesen in Ewigkeit. Amen.“
Die erste Woche war eine Zeit der Stille, der Vertiefung und der entschlossenen Bereitschaft, neu zu beginnen. Sie war ein Ruf Christi an jeden von uns: die Gleichgültigkeit abzulegen, das Herz durch die Beichte zu reinigen, im Gebet und in der Barmherzigkeit zu wachsen und mit Glauben den Weg der Umkehr zu gehen.
In Dankbarkeit für diese gesegneten Tage gehen wir weiter auf dem Weg der Fastenzeit – in der Hoffnung und mit dem Wunsch, uns immer tiefer auf die Freude der Vorbereitung auf das Licht des Heiligen Osterfestes einzulassen.