Mit dem Segen von Bischof Sofian organisierte unsere orthodoxe Pfarrei unter der Leitung von Herrn Pfarrer Dr. Nicolae Gilla eine Pilgerreise nach Griechenland vom 1. bis 10. September 2025. 40 Erwachsene und 8 Kinder machten sich auf den Weg nach Hellas, dem Land der Oliven, auf der Suche nach den Heiligen – eine Reise, die zugleich eine Wanderung in die Tiefe der eigenen Seele wurde.
Die Pilgerfahrt begann auf der Insel Korfu mit dem Besuch des Klosters Paleokastritsa, das der Gottesmutter geweiht ist. Es liegt an der Westküste der Insel, auf einem Felsen, der sanft zum unwirklich blau schimmernden Meer hinabführt. Höhepunkt war die Verehrung des heiligen Spyridon, des „wandernden Heiligen“, nach der Göttlichen Liturgie am folgenden Tag. Ebenfalls auf Korfu besuchten wir das Kloster der heiligen Paraskevi der Römerin, der Schutzpatronin der Kranken und Leidenden. Die Begegnung mit Mutter Teoduli aus Botoșani, die seit vielen Jahren im Kloster des heiligen Dimitrios dient, brachte viel Trost und ermöglichte den Erwerb von frischem, hochwertigem Olivenöl aus eigener Herstellung der Schwestern.
Von Korfu aus führte der Weg weiter zur Insel Kefalonia zum heiligen Gerasimos von Kefalonia, dem „Befreier von Dämonen“, nach einem kurzen Halt bei der Kirche der Gottesmutter mit den Schlangen. Ihren Namen verdankt die Kirche kleinen, harmlosen Schlangen, die ein Kreuzzeichen auf Kopf und Zunge tragen. Sie leben rund um das Heiligtum und gelten als gesegnete Wächter. Um das Fest der Entschlafung der Gottesmutter kommen sie aus den Mauerritzen des alten Glockenturms hervor und versammeln sich bei der Ikone der Gottesmutter im Inneren der Kirche.
Obwohl nahe gelegen, erreichten wir die Insel Zakynthos erst nach mehrmaligem Umsteigen auf verschiedene Schiffe, da das Meer unruhig war. Die Farben des Meeres rund um die Insel belohnten jedoch alle Mühen. Die Verehrung des heiligen Dionysios von Zakynthos, des „Heiligen der Vergebung“, schenkte großen Trost. Außerdem wurden die Kirche der heiligen Mavra sowie das Kloster mit den unversehrten Reliquien des heiligen Joseph des Geheiligten besucht.
Nächste Station war Patras mit der imposanten Kirche des heiligen Andreas der Erstberufene, des Schutzpatrons Rumäniens. Die außergewöhnlich schöne und geräumige Kirche mit ihren eindrucksvollen Fresken empfing die Pilger in einer Atmosphäre der Stille und byzantinischer Gesänge. Auch das älteste Kloster Griechenlands, das Kloster Mega Spileo, scheinbar in das Herz des Felsens gehauen, durfte im Programm nicht fehlen.
In der Nähe von Athen, in Nea Makri, verehrten die Pilger die Reliquien des heiligen Ephraim von Nea Makri und reisten anschließend weiter zur Insel Ägina zum überaus geliebten heiligen Nektarios von Ägina. Pistazieneis belohnte die Anstrengungen und erfrischte Groß und Klein. In der Abenddämmerung eines ereignisreichen Tages besuchten wir auch die Kirche des heiligen Porphyrios Kavsokalyvitis, eines zeitgenössischen Heiligen, bekannt für seine Demut, sein Gebetsleben und seine Gabe, den Gläubigen seelischen Trost zu schenken.
Auf der Insel Evia nahmen die Pilger an der Göttlichen Liturgie in der Kirche mit den Reliquien des heiligen Johannes der Russe teil. Anschließend wurde das Kloster des ehrwürdigen David, der schon in jungen Jahren wegen seines geistlichen Wachstums „der Ältere“ genannt wurde, besucht.
Die Klosteranlage von Meteora war eine der beeindruckendsten Stationen der Reise – mit spektakulärer Landschaft, auf Felsgipfeln erbauten Klöstern, herrlich ausgemalten Kirchen und zahlreichen Reliquien. Eine noch größere Freude war jedoch die Teilnahme und die heilige Kommunion bei der nächtlichen Liturgie zum Fest der Geburt der Gottesmutter.
Weiter führte der Weg zum Kloster des heiligen Dionysios am Olymp sowie zum Kloster des heiligen Ephrem des Syrers. Die Pilgerfahrt endete in Thessaloniki nach dem Besuch des Klosters Ormylia, der Verehrung am Grab des heiligen Paisios vom Heiligen Berg in Souroti sowie einer kleinen Schifffahrt entlang der Westküste des Berg Athos. An Bord erhielten wir Besuch von Mönchen des Klosters Xenophontos, die Reliquien des heiligen Georg, des heiligen Andreas, der heiligen Barbara, der heiligen Marina, der heiligen Anna, des heiligen Basilius des Großen sowie ein Partikel vom Heiligen Kreuz zur Verehrung mitbrachten. Es war ein Moment voller Gnade und tiefer Bewegung.
Am letzten Tag wurden die Kirche des heiligen Demetrios von Thessaloniki, dessen Reliquien Myron verströmen, die Kirche des heiligen Gregorios Palamas sowie die Hagia Sophia von Thessaloniki besucht.
Diese Pilgerreise war eine ganz besondere Erfahrung und ein großer Gewinn für unsere Gemeinde. Die Atmosphäre innerhalb der Gruppe war von echter Gemeinschaft und seelischer Nähe geprägt. Die Jugendlichen und Kinder bereicherten die Reise und sorgten für eine freudige und lebendige Stimmung. Der Trost und die Unterstützung der Heiligen waren deutlich spürbar – sowohl in kleinen Wundern während der Reise als auch in der inneren Ruhe, die jeder Einzelne erfahren durfte.
Wir danken Gott für diese gesegnete Pilgerfahrt, danken Herrn Pfarrer Nicolae für die Organisation und Frau Carmen Voicescu für die geistliche Begleitung und Führung während der gesamten Reise.